Dysmate-Y Deutschland

Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten in der Sekundarstufe erkennen: Neuer digitaler Test ermöglicht erstmals digitale Klassen-Screening

Zehntausende Jugendliche in Deutschland kämpfen mit Lese Rechtschreib-Schwierigkeiten – und viele davon bleiben im Schulalltag unerkannt. Gerade in der Sekundarstufe mangelt es bislang an wissenschaftlich fundierten, einfach einsetzbaren Instrumenten zur frühzeitigen Erkennung. Bisher gibt es nur Teiltests, die nicht alle Bereiche der LRS testen, bzw. kombiniert werden müssen. Der neue digitale Test Dysmate-Y kann das ändern – und steht Schulen in ganz Deutschland ab sofort zur Verfügung.

Dysmate-Y ist ein vollständig digitaler, selbsterklärender Test, der speziell für Jugendliche der Sekundarstufe I (Klassen 7 bis 10) entwickelt wurde. Er basiert auf aktuellen Erkenntnissen der LRS-Forschung und wurde in sieben Bundesländern erprobt und normiert.

Zwei Stufen – ein Ziel: gezielte Hilfe statt langes Rätselraten

Dysmate-Y besteht aus einem Screening-Test und einem Follow-up-Test, beide vollständig digital und selbsterklärend. Sie erfassen neben Lese- und Schreibfähigkeiten auch kognitive Merkmale, die für Lese-Rechtschreib Schwierigkeiten (LRS) typisch sind. Der Screening-Test (Dauer: 40 Minuten) kann im Klassenverband durchgeführt werden und ermöglicht eine effiziente Identifikation von Jugendlichen mit LRS-Risiko. Bei Auffälligkeiten folgt der 15 minütige Follow-up-Test zur genaueren Diagnostik. Das Testverfahren kommt aus Norwegen und wurde von Prof. Dr. Trude Nergard Nielssen an der Universität Tromso entwickelt. Sie und ihr Team beschreiben ihre Vision so: “Niemand sollte mit einer unentdeckten LRS durchs Bildungssystem gehen. Deshalb ist der Test so konzipiert, dass ganze Klassen einfach und zuverlässig gescreent werden können.“

über das Team - Dysmate
Von links nach rechts: Fazal Mehmood – CTO, Dr. Nikki Newhouse – Übersetzung der Tests ins Englische, Olga Voronchikhina – Instruktionsdesign und Marketing, Prof. Dr. Trude Nergård-Nilssen – Gründerin, Bård Hall – CEO, Dr. Linda Sandström – Übersetzung und Normierung der schwedischen Tests, Dr. Rebecca Schumacher – Übersetzung und Normierung der deutschen Tests, Friedo Scharf – Sonderpädagoge und Vertriebspartner in Deutschland, Prof. Dr. Christian Waldmann – Übersetzung und Normierung der schwedischen Tests.

Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen (EU-Flensburg) und Dr. Rebecca Schumacher (Uni Potsdam) haben das Verfahren ins Deutsche übersetzt und die Normierungsstudie durchgeführt

Dysmate Marie Christine Vierbuchen und Rebecca Schumacher

Erste Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden auf der renommierten EARLI Konferenz 2025 vorgestellt. Lehrkräfte, die den Test anwenden möchten, absolvieren einen Zertifizierungskurs, der ihnen fundiertes Wissen über LRS, die Testlogik sowie Anleitung zur Auswertung vermittelt. Zusätzlich steht auf www.dysmate.de ein kostenfreier Einführungskurs zur Verfügung. Dort kann auch eine unverbindliche Demonstration angefragt werden.

Zertifizierungskurs
Demonstration der Tests

Gerade im Jugendalter bleibt LRS oft unerkannt, da bislang geeignete, normbasierte Screeningverfahren, die mehr als einen Teilbereich der Lese Rechtschreibschwierigkeiten testen können, fehlen. Ohne gezielte Förderung bleiben die Schwierigkeiten jedoch meist bestehen – ein Umstand, den Dysmate Y gezielt verändern will (vgl. Wei et al., 2023).# 

Die Teams der Europa Universität Flensburg und der Universität Potsdam führen gerade die Normierung des Dysmate-C-Tests (Für Schüler:innen der Klassen 2 – 6) durch und die Normierung des Dysmate-A-Tests (Für Erwachsene ab Klasse 11), komplettiert die Dymsate-Testbatterie voraussichtlich 2026. Der Test ist jetzt für Schulen auf www.dysmate.de verfügbar. Auch über das Startchancenprogramm.

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Dysmate wurde entwickelt, um Lese- und Schreibschwierigkeiten sowie Legasthenie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu erkennen.

Die Dysmatetest bestehen aus Screening-Tests und Folgetests, die wiederum aus verschiedenen Untertests bestehen.

Als Teil unseres Ziels, das Allgemeinwissen über Legasthenie und Lese- und Schreibschwierigkeiten zu stärken, schreiben wir Artikel, die wir regelmäßig veröffentlichen.

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