Dysmate-Tests dienen der Erkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Das Verfahren basiert auf langjähriger Forschung an der Arktischen Universität Tromsø in Norwegen und besteht aus einem Screening-Test und einem Follow-Up-Test.
Nach der Veröffentlichung der Tests für die Klassenstufen 2 bis 6 (Dysmate-C) sowie 7 bis 10 (Dysmate-Y) normieren wir derzeit die deutsche Version des Dysmate-Tests für die Sekundarstufe II und Erwachsene (Dysmate-A) in Zusammenarbeit mit Forscher:innen der Europa-Universität-Flensburg und der Universität Potsdam.
Wenn Sie an der Normierungsstudie (Dysmate-A) teilnehmen möchten, senden Sie eine E-Mail an andrea.anderson[@]uni-flensburg.de.
Teilnehmende Lehrkräfte der Normierungsstudie erhalten eine kostenlose Zertifizierung und nach Abschluss dieser Studie ein Abonnement für die Tests.
Die Screening-Tests dauern in der Regel 40 Minuten und können mit einer gesamten Klasse durchgeführt werden. Die Follow-Up-Tests dauern ca. 20 Minuten und werden von einzelnen Personen gemeinsam mit zertifizierten Testleiter:innen durchgeführt. Aus statistischen Berechnungen der Standardisierungsstudien in Norwegen geht hervor, dass die Tests sehr gut geeignet sind, um zwischen Personen mit und ohne LRS zu unterscheiden.
Das Störungsbild einer LRS ist vielseitig und höchst individuell. Ein Verfahren wie Dysmate ist in Deutschland dringend notwendig, weil bisherige Tests entweder nur die Leseleistung oder die Schreibleistung abtesten, jedoch nicht beide Domänen gleichzeitig. Für Erwachsene normierte Tests liegen in Deutschland bisher nur sehr begrenzt vor.
Wichtige Aspekte wie die Phonologische Bewusstheit, das Arbeitsgedächtnis und die Benennungsgeschwindigkeit werden in bisherigen Verfahren nur vereinzelt oder gar nicht berücksichtigt. Dysmate kann Schwierigkeiten in verschiedenen relevanten Bereichen mit einem einzigen Test abbilden und somit mit größerer Genauigkeit ein LRS-Risiko identifizieren.
Darüber hinaus ist Dysmate komplett digital und lässt sich deshalb schneller durchführen und auswerten. Das Verfahren erleichtert die Erkennung damit wesentlich, auch da Gruppen ohne viel Aufwand innerhalb von einer halben Stunde gescreent werden können. Dysmate ist einerseits als eine Entlastung für die Schule gedacht, andererseits besteht das Ziel darin, Normen für Erwachsene zur Verfügung zu stellen; die Bemühungen an der Normierungsstudie teilzunehmen, zahlen sich deshalb für das Schulsystem und die Unterrichtspraxis aus.
Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bleiben bei vielen Personen in der Schule unerkannt. Auch wenn Probleme während der Schulzeit auftreten, werden Lese-Rechtschreibschwierigkeiten nicht in jedem Fall erkannt, da beispielsweise Ressourcen fehlen oder aber auch ein hohes Kompensationsvermögen der Person bestehende Lese-Rechtschreibschwierigkeiten verschleiert. Im vergangenen Jahr haben Forscher:innen der Europa-Universität- Flensburg und der Universität Potsdam daran gearbeitet, das Verfahren Dysmate für Schüler:innen der Sekundarstufe II bzw. Erwachsene (genannt Dysmate-A) an das Deutsche anzupassen.
🔹 Jetzt sind wir bereit, eine Normierungsstudie in Deutschland durchzuführen.
Hiermit laden wir Schulen sowie erwachsene Einzelpersonen dazu ein, an der Normierungsstudie teilzunehmen.
Registrieren Sie Ihre Schule für die Normierungsstudie, indem Sie nach Rücksprache mit Ihrer Schulleitung eine E-Mail an andrea.anderson[@]uni-flensburg.de senden.
Teilnehmende Schulen erhalten einen kostenlosen Zertifizierungskurs für beteiligte Lehrer:innen sowie ein kostenloses einjähriges Abonnement für jede Klasse, die die Schule beisteuert (diese werden in einigen Bundesländern nicht genehmigt).
Beispiel: Wenn eine Schule drei Klassen beisteuert, kann die Schule entweder ein Jahresabonnement für drei Lehrkräfte oder ein Dreijahresabonnement für eine Lehrkraft der Schule erhalten. Der Arbeitsaufwand für die Erhebung von Daten für eine ganze Klasse wird für eine Lehrkraft auf etwa 12 Stunden geschätzt: zwei Stunden für die Verwaltung der Einverständniserklärungen, drei Stunden für die Erlangung der Zertifizierung durch den Online-Kurs, eine Stunde für die Durchführung des Screenings einer Klasse und sechs Stunden für die Durchführung von Follow-Ups mit den einzelnen Schüler:innen.
Teilnehmende Lehrer:innen absolvieren zunächst einen dreistündigen digitalen Zertifizierungskurs, in dem sie Informationen zu Themen des Schriftspracherwerbs, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, des Testaufbaus und der Testdurchführung erhalten und kurze Quizfragen beantworten.
Die zuständigen Universitäten, die Europa- Universität-Flensburg und die Universität Potsdam, stellen sicher, dass Informationen, Einwilligungsformulare und personenbezogene Daten gemäß deutschem Recht behandelt werden. Die gesammelten pseudonymisierten Forschungsdaten werden Eigentum der Europa-Universität-Flensburg und der Universität Potsdam sein. Literate AS, das Unternehmen hinter Dysmate, erhält anonymisierte Daten, um den Dysmate-Test in Deutschland einzuführen. Das Forschungsprojekt, das die Anpassung der Tests, die Pilotierungs- und die Normierungsstudie umfasst, wurde der Ethikkommission der Europa-Universität Flensburg zur Begutachtung vorgelegt. Anträge zur Durchführung der Studien werden nach einem positiven Bescheid der Ethikkommission bei den zuständigen Ministerien bzw. Schulaufsichtsbehörden der folgenden Bundesländer eingereicht: Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein.
Weitere Informationen zu Dysmate finden Sie unter www.dysmate.de
Besuchen Sie unseren kostenlosen Mini-Kurs, um mehr über Lese- und Schreibschwierigkeiten und Dysmate zu erfahren.
Registrieren Sie Ihre Schule für die Normierungsstudie, indem Sie nach Rücksprache mit Ihrer Schulleitung eine E-Mail an andrea.anderson[@]uni-flensburg.de senden.





